Cola und Kamelmilch
Am 16. August 2002 starteten wir, Julia Fells, Lisa Jebe, Katrin Blumenrath
und Katharina Germann, unsere Reise ins westafrikanische Mauretanien.
Bevor wir Nouakchott, die am Meer gelegene Hauptstadt Mauretaniens erreichten,
überflogen wir endlose Wüstenlandschaften. Diese Abgelegenheit
und Monotonie gab uns das Gefühl eine andere Welt zu betreten.
Als wir nach 7 Stunden erschöpft aus dem Flugzeug stiegen, schlug
uns eine Hitzewand entgegen. Obwohl die Luftfeuchtigkeit sehr hoch war
und der heiße Wind den Sand in der Luft wirbelte, gewöhnten
wir uns relativ schnell an das extreme Klima. Nachdem wir unsere Koffer
vom einzigen Fließband Nouakchotts abgeholt hatten, empfing uns
unsere Gastfamilie, bei der wir typisch afrikanisches Leben kennen lernen
sollten. Auf dem Flughafen wurden wir das erste mal mit der Armut Mauretaniens
konfrontiert. Bettelnde Kinderscharen verfolgten uns. Es fiel uns schwer
sie zu ignorieren, doch hätten wie sie beachtet, wären wir
noch stärker bedrängt worden.

Seit 1960 ist Mauretanien unabhängig von der ehemaligen Kolonialmacht
Frankreich, deren Spuren auch heute noch zu finden sind, wie z.B. die
französische Amtssprache, Autos, mindestens zwei geteerte Straßen
und Statussymbole wie Cola, Nike-Turnschuhe etc. In Nouakchot treffen
viele verschiedene Völker, mit verschiedenen Kulturen und Sprachen
aufeinander. Z.B. die erst seit ein bis zwei Generationen sesshaften
arabischen Mauren (ehemals nomadische Kamelhirten) oder die Wolof und
Peuls (Schwarzafrikaner), was ab und zu zu Rivalitäten und Konflikten
führt. Die Schwarzafrikaner empfinden es beispielsweise als unzivilisiert,
dass die eigentlich draußen oder in Zelten lebenden Mauren keine
Toiletten benutzen, sondern ihre Geschäfte stets auf der Straße
an Hauswänden, Autos oder sogar an der Moschee verrichten. Da die
Mauretanier kein Müllentsorgungssystem haben, ausgenommen die den
Abfall fressenden Ziegen, vermüllen die Städte. Die Armen
leben in Hütten aus Abfallmaterialien, und die Kinder spielen mit
und im Müll. Die Abfallmassen in der Hitze sind optimaler Nährboden
für Krankheitserreger.