Der
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Das "Drehtürmodell"
der Begabtenförderung
Das "Drehtürmodell",
in den USA als "Revolving Door Model" entwickelt, in den Niederlanden
an europäische Bedürfnisse angepasst, gilt als Enrichment-Modell
der Begabtenförderung. Es ermöglicht begabten Schülerinnen
und Schülern zwischen dem normalen Unterricht und der individuellen
Förderung durch Enrichment zu wechseln.
Eine Form des Enrichment ist die Teilnahme an Angeboten weiterer Bildungsträger
außerhalb der Schule, die im Sinne der Öffnung von Schule dem
Jugendlichen einen gleitenden Übergang von der Schule ins Studium
oder Erwerbsleben gestatten. Bildungsträger, die sich ihrerseits
verstärkt um begabte Schülerinnen und Schüler bemühen,
sind z.B. die Universitäten.
Bereits im vergangenen Jahr nutzten zwei Schüler unserer Schule entsprechende,
an sog. Schüler-Studenten gerichtete naturwissenschaftliche Programme
der Universität Essen und der Gesamthochschule Duisburg. In beiden
Fällen lagen die Veranstaltungen am Nachmittag, so dass der reguläre
Unterricht nicht berührt war.
Zum Wintersemester 2002/03 stellen wir erstmalig einen Schüler der
Jahrgangsstufe 11 zur Teilnahme an einer 4-stündigen mathematischen
Vorlesung (Analysis I) an der Universität Düsseldorf während
der morgendlichen Unterrichtszeit frei. Bei erfolgreicher Teilnahme erwirbt
der Schüler Scheine, die ihm in einem späteren Mathematikstudium
an der Universität angerechnet werden und damit zu einer Verkürzung
des Studiums führen können. Der in der Schule versäumte
Unterrichtsstoff muss selbständig von dem Schüler erarbeitet
werden, die in den Kursen geforderten Leistungsnachweise (Klausuren, Referate
...) müssen zusätzlich erbracht werden. Der Schüler verpflichtet
sich gegenüber der Universität zur regelmäßigen Teilnahme
und gegenüber der Schule zur selbständigen Nacharbeit des Versäumten.
Nachteile, die ihm aus dem Unterrichtsversäumnis möglicherweise
erwachsen, sind von ihm selber zu tragen. Die Verpflichtung des Schülers,
sich über den versäumten Stoff zu informieren, geht einher mit
der Verpflichtung des Lehrers zur fachlichen Auskunft und Aushändigung
aller für die Lerngruppe bereitgestellten Materialien. Der Schüler
hat jederzeit die Möglichkeit, das universitäre Zusatzprogramm
abzubrechen und sich in den regulären Unterricht wieder zu integrieren.
Auf die Erfahrungen in diesem zwischen der Heinrich-Heine-Universität
und dem Cecilien-Gymnasium vereinbarten Projekt sind alle Beteiligten
schon jetzt gespannt. Wir werden nach dem Wintersemester darüber
berichten.
C. Kayser-Hölscher
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