Beratung und Erfahrung pur
Schon nach er Ankunft stand fest, dass dieser Vormittag ein ganz besonderer wird. Helmut, der Jugendarbeiter der AIDS-Hilfe, empfing uns freundlich und mit einer einfallsreichen Idee, uns kennen zu lernen.

Die 9a bei der Aidshilfe
Er fasste all unsere Meinungen über HIV zusammen und gab uns
noch einen kurzen geschichtlichen Überblick: 1981 trat die Krankheit
erstmals in San Francisco und New York als „Schwulenkrebs“ auf.
Bereits 1983 war sie in Amerika stark verbreitet. Sie galt damals als die
„Krankheit der 3 H`s“, weil Homosexuelle, Heroinabhängige
und Haitianer größtenteils betroffen waren. Die ersten Fälle
in Deutschland traten 1984/85 in Westberlin und Frankfurt auf. Durch den Tod
eines berühmten Schauspielers wurde die Krankheit weltweit bekannt. Daraufhin
wurde im Jahre 1985 die AIDS-Hilfe Düsseldorf gegründet, welche
für das Jahr 2000 etwa 4 % der geschlechtsreifen Bevölkerung als
„Infizierte“ vorhersagte. Dies ist glücklicherweise nicht
eingetreten.
Nach diesen kleinen informationsreichen Vortrag führten wir dann ein
Gespräch mit betroffenen HIV-Positiven. Auf die Frage, „wie haben
sie bemerkt, dass Sie HIV-Positiv sind ?“, teilte uns Karlo (55) mit,
dass er nach wiederholten Blutspenden von seinem Arzt darüber informiert
wurde. „Ich war geschockt, aber ich wusste direkt, woher ich es hatte“,
sagte Karlo auf die Frage wie er denn darauf reagiert hätte. Nach einer
kurzen Weile fiel uns mit Erstaunen auf, dass Karlo sehr viele Veränderungen
in seinem Leben durchgemacht hatte und wie gut er damit klar kommt. Trotzdem
interessierten wir uns dafür, wie er es gelernt hat, mit diesen Veränderungen
umzugehen. Selbst Karlo hatte es am Anfang nicht leicht, dann er hatte sich
aus Angst, dass man ihm seine Krankheit ansehen würde, zwei Jahre lang
in seiner Wohnung zurückgezogen.
Nach mehrfachen hilfreichen Gesprächen mit anderen Betroffenen und Fachleuten
fasste er Mut und bekannte sich öffentlich zu seiner Krankheit. „Am
besten ist es, offen darüber zu reden und sich nicht selber verrückt
zu machen!“ ist der Rat von Karlo an diejenigen, die sich keine Hoffnung
mehr machen und den Kopf in den Sand zu stecken versuchen. Sein Motto lautet:
„Genieße jeden Tag, den du noch lebst, aber denke nicht an den
Tod!“
Alles in allem war die Exkursion zur AIDS-Hilfe Düsseldorf eine sehr
spannende Erfahrung für uns, aus der wir noch viel mehr gelernt haben
und die man jeder Klasse weiterempfehlen kann. Neben den kostenlosen Informationsmaterialien
und Kondomen wurden in einer abschließenden Gesprächsrunde im Unterricht
vor allem die Gespräche mit den Betroffenen als eine wertvolle Bereicherung
angesehen.
Abschließend möchten wir uns für die gelungene Veranstaltung
bei Herrn Helmut Kiolbassa und den beiden Betroffenen Karlo und Ulf recht
herzlich bedanken.
von Janis Vieth u. Kevin Jünemann (9a)
20 Jahre AIDS - Behandlungsmöglichkeiten
gegen HIV aus heutiger Sicht
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