Cecilien-Gymnasium: Europaschule Düsseldorf unterwegs in Brüssel

29 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 13 des Cecilien-Gymnasiums haben sich vom 7. bis 11. Dezember 2009 mit dem einwöchigen Europaseminar „Europa vor neuen Herausforderungen“ ein umfangreiches Programm in Brüssel mit drei bis vier Veranstaltungen pro Tag vorgenommen und engagiert absolviert.

Gruppenfoto der Teilnehmer/innen am Europaseminar in Brüssel

Nach einer politischen Stadtrundfahrt und einem Stadtrundgang am Montag besuchten sie am Dienstag das Europäische Parlament und diskutierten vor allem Fragen der Zukunft der EU nach der Wahl. Im Plenarsaal des Europäischen Parlaments wurde an den 23 Dolmetscherkabinen der Amtssprachen und 506 Sprachkombinationen die Vielstimmigkeit der parlamentarischen Arbeit anschaulich. Nach dem Besuch der Ständigen Vertretung der BRD in Brüssel, wo die deutsche Europapolitik im Mittelpunkt stand, ging es anschließend ins Zentrum der Macht: Am Originalschauplatz tagten die Schülerinnen und Schüler wie der Ministerrat zur Rolle des Rates im Willensbildungsprozess der EU.

Der Besuch des Wirtschafts- und Sozialausschusses am Mittwochmorgen entpuppte sich als besonders gelungener Programmpunkt, denn dem Referenten Jean Pierre Faure gelang es, deutlich zu machen, wie wichtig der Sachverstand der Bürger in den Fachgremien, wie wichtig der Dialog mit der Zivilgesellschaft ist, also den Verbänden und Organisationen ist. Mittags trafen die Schülerinnen und Schüler den Europa-Abgeordneten der Grünen, Sven Giegold, MdEP. Im Zentrum der Diskussion mit ihm stand der Lobbyismus auf dem europäischen Parkett und die Frage, wie man Europa den Bürgern wieder näher bringen kann. Auch der Besuch der Kommission fand in einem „echten“ Ausschusssaal statt, der allerdings nicht mehr genutzt wird, weil zu wenige Dolmetscherkabinen vorhanden sind, seit Europa auf 27 Mitgliedsstaaten angewachsen ist. Die Journalistin nutzte das Gespräch um deutlich zu machen, was die EU für den einzelnen Bürger bedeutet. Die geraden und die krummen Gurken, Wettbewerb im Flugverkehr (Billigflieger), der Euro und die Handy-Gebühren für Auslandsgespräche (Rooming) eröffneten das lebhafte Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern. Die Wettbewerbspolitik als Beispiel für die Aufgaben der Kommission wurde intensiv diskutiert.

Der Besuch der Landesvertretung NRW eröffnete das Programm am Donnerstagmorgen. Der Referent betonte die Größe und Bedeutung NRWs in Europa, die auf der Wirtschaftskraft beruht, sich aber auch auf dem Kultur und Forschungs- und Bildungsstandort NRW. Im Anschluss an den Besuch der Landesvertretung NRW simulierte die Gruppe in einem Rollenspiel eine Ministerratssitzung zum Thema EU-Erweiterung. In der Simulation konnten die Schülerinnen und Schüler auf das in der Woche gesammelte Wissen zurückgreifen; es zeigte sich, dass sie nationale Interessen vertreten, aber auch Kompromisse finden konnten – also wesentliche Elemente des EU-Einigungsprozesses in vielen Fragen und zahlreichen Gremien. Am Spätnachmittag besuchten die Schülerinnen und Schüler noch den Ausschuss der Regionen, der sich als politisches Gremium versteht. Er soll lokalen und regionalen Gebietskörperschaften beim Entwurf von Rechtsvorschriften eine Stimme geben, Europa bürgernäher machen und vor allem ein Ort der Begegnung sein.

Im Hostel „Jac Brel“ in Brüssel.
Nach einem anspruchsvollen Seminartag in unserem Hostel „Jac Brel“ in Brüssel.

Die Schülerinnen und Schüler lernten während der Seminarwoche nicht nur die verschiedenen Gremien und Organe der EU in ihrem Funktionszusammenhang kennen, sondern auch unterschiedliche Referenten: einen Praktikanten, einen Diplomaten, einen Politiker, EU-Beamte in Leitungsaufgaben, eine Journalistin und einen Übersetzer; daraus ergaben sich sehr unterschiedliche Perspektiven und Tätigkeitsmerkmale. Sie zeigten sehr konkret Kontaktmöglichkeiten und Voraussetzungen auf. Die jungen Leute wurden eindrucksvoll über Berufseinstiegsmöglichkeiten- und perspektiven in der EU informiert, die vor allem für die Schülerinnen und Schüler des den modernen Fremdsprachen verpflichteten bilingualen Cecilien-Gymnasiums interessant sind.

Das umfangreiche Seminar, das die Europa-Koordinatorin der Schule, Frau Wegener, in Zusammenarbeit mit der Europäischen Akademie NRW organisiert hatte, wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgesprochen positiv bewertet.

Renate Siebertz

Programm des Europaseminars (PDF)

 

 


 

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Stand: 15.01.2010